Bald ist es wieder soweit - die Uhren werden mal wieder umgestellt.

Ein Horror vor dem nicht nur mir graust.

Russland hat die Umstellung abgeschafft. Warum machen wir das in Deutschland nicht auch?

Die Idee, dass durch das Umstellen der Uhrzeit, Energie gespart wird, hat sich als Flop erwiesen. Viele Menschen sind genervt, von der Umstellung.

Für Nutz- und Haustiere ist es bestimmt auch nicht verständlich, warum plötzlich das Futter wieder eine Stunde später / eher verteilt wird.

Während jedoch im Westen viele Mensche das ganze Jahr über Winterzeit haben möchten, möchten viele Menschen im Osten lieber dem russischen Beispiel folgen und das ganze Jahr über nach Sommerzeit leben.

Die Grenze West / Ost ist hier nicht politisch sondern liegt wohl eher am 7,5ten Längengrad. Von Wangerooge über Hamm, Kaiserlautern, Offenburg und Freiburg (Gebiete die nah am 7,5ten Längengrad liegen).

Warum genau an dieser Linie?

Wir erinnern uns:

Der 0te Grad geht durch Greenwich.

Die Erde wurde in 360 Grad eingeteilt. 180 Grad westlich von Greenwich und 180 Grad östlich von Greenwich.

Ein Tag hat 24 Stunden.

360 Grad : 24 Stunden = 15 Grad/Stunde

Die Idee hinter den Zeitzonen ist:

Von -7,5 bis +7,5 ist Greenwich Mean Time. (Von 7,5 West bis 7,5 Ost).

Dann jeweils 15 Grad lang je eine Stunde mehr.

Heisst: MET sollte von 7,5 Grad Ost bis 22,5 Grad Ost sein.

Um 12 Uhr mittags die Sonne im Zenit nach MET hätte der 15te Längengrad. Dieser geht allerdings nicht durch Deutschland sondern ist weiter östlich (Polen).

Auf dem 7,5ten Breitengrad (auf der ungefähren Linie Wangerooge, Hamm, Kaiserlautern, Offenburg, Freiburg) steht die Sonne eine halbe Stunde früher als
in Greenwich im Zenit. Heisst, um 11:30 GMT und somit um 12:30 unserer Winterzeit (MET).

Die westlichste Stadt, Aachen, liegt bei 6,5 Grad Ost und die östlichste, Görlitz, bei 14,59 Ost.

Die Menschen zwischen Aachen und dem 7,5ten Breitengrad haben also im Winter die Sonne mittags gegen halb eins im Zenit stehen und derzeit im Sommer erst gegen halb zwei.

In Görlitz ist die Sonne nochmal rund eine halbe Stunde früher. So ungefähr um 11 GMT also um 12 im Winter und um 13 Uhr im Sommer.

7,5 Grad unterschied sind eine halbe Stunde. Zwischen Aachen und Görlitz liegen ungefähr 8 Grad. Wird nur der Längengrad betrachtet geht somit die Sonne an der westlichen Grenze ungefähr eine halbe Stunde später auf / unter als an der östlichen Grenze. Bei Sonnenauf- und untergang spielt jedoch daneben der Breitengrad auch eine erheblich Rolle. Je nördlicher desto kürzer sind die Sommernächte, je südlicher, desto kürzer sind die Winternächte.

Gefühlt liegen hier zwischen Berlin und dem Rhein-/Ruhrgebiet eine volle Stunde.

Das in Berlin üblicher Weise der Arbeitstag zwischen 8 und 9 und im Rhein- / Ruhrgebiet häufig erst zwischen 9 und 10 Uhr beginnt, hängt vermutlich damit zusammen, dass der Mensch dann doch von der Sonne abhängig ist.

Eine einheitliche und durchgehende Zeit, mit der die meisten Menschen zufrieden wären, ist daher schwierig.

Im Rhein-/Ruhrgebiet ist es auch nach Winterzeit im Sommer abends schön lange hell.
Würde hier auch im Sommer nach Winterzeit gelebt, hätte es den Vorteil, dass die Menschen nicht so häufig im Jahr vor Sonnaufgang aufstehen müssten.

In Ostdeutschland, Berlin oder gar schon Hannover oder Nürnberg ist es im Sommer morgens früher hell. Allerdings abends auch eher dunkel. Hier würde es sich anbieten,das ganze Jahr über nach Sommerzeit zu leben.

Ein fairer Kompromiss wäre, das ganze nicht um eine volle, sondern nur um eine halbe Stunde zu verschieben. Also nicht +1 bzw. +2 GMT sondern +1,5 GMT. Wenn es dann in England 12 ist, wäre es bei uns 13:30.

Halbstundenversatz ist aber nicht wirklich mit dem Rest der Welt vereinbar.

Eine andere Lösung wäre Deutschland in zwei Zeitzonen zu teilen. Das ist aber auch ein No-Go.

Wird nach der Fläche gegangen, so ist der Teil östlich vom 7,5ten Längengrad erheblich größer als der westliche.

Allerdings wohnen im Rhein- / Ruhrgebiet die meisten Menschen. Wird nach Einwohnerzahl gegangen, könnte der westliche Teil größer sein als der östliche.

Was würde ganzjährlich Winterzeit bedeuten?
Die Menschen in Rhein-/Ruhr müssten weniger häufig im Dunkeln aufstehen.
Da hier im Sommer abends auch noch eine lange Dämmerungsphase existiert, fiele die eine Stunde im Sonnuntergang kaum auf.

Da im Norden im Sommer die Nächte eh kürzer sind, fiele es auch hier kaum ins Gewicht.

Wirklich bemerkbar macht es sich im Süden und im Osten. Hier wird es im Sommer abends eh sehr früh dunkel und bei Winterzeit statt Sommerzeit nochmal eine Stunde früher.

Was würde ganzjährig Sommerzeit bedeuten?
Im Rhein-/Ruhrgebiet müssten die Menschen noch häufiger im Dunkeln aufstehen.
Die Winterabende / nachmittage wären länger hell.

Im Norden, Süden und Osten fiele die eine Stunde am Morgen kaum auf. Abends hätten alle denselben Vorteil.

Im Dunkeln aufstehen empfinden die meisten Menschen jedoch schlimmer als im Dunkeln zu Bett gehen. Abends zu früh dunkel ist jedoch auch frustrierend.

Fazit:
Beide Lösungen haben Nachteile. Sowohl das ganze Jahr Winterzeit als auch das ganze Jahr Sommerzeit. Es gilt hier abzuwägen, was das schlimmere Übel ist. Wohnen im Rhein-/Ruhrgebiet wirklich soviele Menschen mehr als im Rest der Republik? Oder ist es eher 50/50? Sind es gar im Rhein-/Ruhrgebiet weniger Menschen als in Summe in den übrigen Teilen Deutschlands?

Wenn die Einwohnerzahl in Rhein-/Ruhr wirklich erheblich höher ist als der zusammengenommene Rest von Deutschland, dann ist ganzjährig Winterzeit die sinnvolle Lösung.

Wenn dem nicht so ist, ist ganzjährig Sommerzeit der bessere Ansatz.